Bürokratie in der Zahnarztpraxis wächst mit jedem Teammitglied
Über 24 Stunden pro Woche verbringt eine durchschnittliche Zahnarztpraxis mit Bürokratie; so rechnen es KZBV und BZÄK aus einer Befragung von 2023 unter 2.347 Teilnehmenden aus vertragszahnärztlichen Praxen hoch. Für ein Zahnarzt-MVZ mit mehreren Standorten fällt dieser Aufwand an jedem Standort neu an, soweit es ihn nicht zentral bündelt, und bindet Stunden, die in der Behandlung fehlen.
Die Zahlen
- Laut einer Befragung von KZBV und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen aus dem Jahr 2023 arbeiten Praxisinhaberinnen und -inhaber im Durchschnitt 6 Stunden pro Woche an Bürokratie.
- Je Mitarbeiterin oder Mitarbeiter kamen in derselben Befragung von 2023 durchschnittlich 2,5 Stunden Bürokratie pro Woche hinzu; KZBV und BZÄK errechnen daraus für eine durchschnittliche Praxis über 24 Stunden pro Woche.
- Die 2.347 Teilnehmenden, die 2023 an der Befragung von KZBV und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen teilnahmen, stuften Telematik und EDV-Technik, Hygienevorschriften und Qualitätsmanagement als besonders belastend ein.
Unsere Einordnung
Die 24 Stunden sind keine Messung je Praxis, sondern eine Hochrechnung aus Köpfen: 6 Stunden für die Inhaberin oder den Inhaber, 2,5 Stunden für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter. So gerechnet wächst der Aufwand mit jeder Einstellung, und ein wachsender Verbund wächst in ihn hinein. Bemerkenswert ist, was die Praxen unter den belastendsten Feldern nennen: neben Hygiene und Qualitätsmanagement die Telematik, und als Beispiel ausdrücklich das Nebeneinander von Papier und digitalem Verfahren. Digitalisieren senkt den Verwaltungsaufwand also nicht von selbst; solange ein Ablauf halb umgestellt ist, fallen beide Wege an. In einem Verbund, in dem ein Standort einen Ablauf schon digital führt und der nächste noch auf Papier, trägt die Organisation beide Wege zugleich, und weil jeder Standort für sich vernünftig arbeitet, fällt das der Zentrale nicht von selbst auf.
Fragen an Ihr Haus
- Wie viele Stunden pro Woche verbringt eine Person in Ihrem Team im Schnitt mit Verwaltung und Dokumentation, verglichen mit den 2,5 Stunden aus der Befragung?
- An welchen Standorten laufen bei Ihnen Papier und digitales Verfahren für denselben Ablauf noch nebeneinander?
Quellen
- KZBV und BZÄK: Gemeinsam Bürokratie abbauen! Vorschläge zum Bürokratieabbau in der zahnärztlichen Versorgung (Maßnahmenkatalog, Fassung 03/2026), Kapitel Bürokratielasten in der zahnärztlichen Versorgung, veröffentlicht am 12. März 2026
- Zahnärztliche Mitteilungen 20/2023: Zahnärzte machen Vorschläge zum Bürokratieabbau, veröffentlicht am 16. Oktober 2023
Datenstand: Befragung von KZBV und KZVen aus dem Jahr 2023 (2.347 Teilnehmende aus vertragszahnärztlichen Praxen), Hochrechnung und erneute Veröffentlichung im aktualisierten Maßnahmenkatalog von KZBV und BZÄK, März 2026.
Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 23. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.
