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Digitalisierung3 Min. Lesezeit

Ein Jahr ePA: In der Zahnarztpraxis wird vor allem gelesen

Seit dem Start der ePA für alle hatten bis zum 30. Oktober 2025 nach Angaben der gematik 130.000 von 160.000 (Zahn-)Arztpraxen, psychotherapeutischen Praxen, Apotheken und Krankenhäusern auf Patientenakten zugegriffen, 81 Prozent der Einrichtungen. Für Verbünde mit mehreren Standorten zählt dabei weniger, ob die Akte geöffnet wird, als an welcher Stelle des Ablaufs sie gelesen wird.

Die Zahlen

  • Laut gematik wurden in der Woche bis zum 30. Oktober 2025 17,4 Millionen Medikationslisten in der ePA abgerufen, während im Schnitt etwa 2,6 Millionen Dokumente pro Woche hochgeladen werden.
  • In der letzten Septemberwoche 2025 wurde nach gematik-Angaben in mehr als 20.000 Zahnarztpraxen mindestens eine Patientenakte geöffnet.
  • Nach dem TI-Atlas 2025 der gematik nutzten im September 2025 drei Viertel der medizinischen Einrichtungen die ePA, ein Drittel regelmäßig; ein Drittel der regelmäßig nutzenden (Zahn-)Arztpraxen berichtete von einer verbesserten Behandlung.

Unsere Einordnung

Die gesetzlichen Pflichten zur ePA regeln vor allem das Befüllen: wer was in die Akte stellen muss. Die Zahlen des ersten Jahres zeigen eine andere Gewichtung. Abgerufen wird vor allem die Medikationsliste, die sich aus E-Rezept-Daten füllt, und diese Abrufe liegen weit über der Zahl der hochgeladenen Dokumente. Der Nutzen entsteht damit beim Lesen vor der Behandlung, und das ist kein technischer, sondern ein organisatorischer Schritt: Jemand muss die Liste öffnen, bevor es zählt, am Empfang beim Einlesen der Karte, bei der Anamnese oder im Behandlungszimmer. In einem Verbund liegt dieser Schritt selten an allen Standorten an derselben Stelle, weil jeder Standort seine Abläufe mitgebracht hat. Ein Verbunddurchschnitt kann deshalb gute Nutzung zeigen, während an einem Standort jede Akte gelesen wird und am anderen nur, wenn jemand danach fragt. Die aufschlussreiche Kennzahl ist nicht, ob ein Standort die ePA öffnen kann, sondern bei welchem Schritt sie dort gelesen wird.

Fragen an Ihr Haus

  • An welcher Stelle des Ablaufs wird an Ihren Standorten die Medikationsliste gelesen, und ist es überall dieselbe?
  • Wie viele Ihrer Behandler wüssten heute, ob für den nächsten Patienten eine Medikationsliste in der ePA vorliegt?

Quellen

Datenstand: Nutzungszahlen der gematik mit Stand 30. September 2025 und 30. Oktober 2025 (veröffentlicht an diesen Tagen); TI-Atlas 2025 der gematik mit IGES, Befragung mit Bezug auf September 2025, veröffentlicht am 24. November 2025.

Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 24. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.

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