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Digitalisierung3 Min. Lesezeit

Cybercrime und Zahnarztpraxis: Die Täter bleiben meist unerreichbar

Das Bundeskriminalamt hat für 2025 insgesamt 333.922 Cybercrime-Fälle erfasst, davon 207.888 Auslandstaten (Täter im Ausland oder Aufenthaltsort unbekannt) mit einer Aufklärungsquote von nur 2,0 Prozent, so das Bundeslagebild Cybercrime 2025 vom Mai 2026. Für Träger mit mehreren Standorten verschiebt das die Frage von der Strafverfolgung auf die eigene Vorbereitung, denn wer seine Daten zurückbekommt, entscheidet sich fast nie bei der Polizei.

Die Zahlen

  • Laut Bundeslagebild Cybercrime 2025 des BKA erfasste die Polizei 2025 insgesamt 333.922 Cybercrime-Fälle, 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr; 207.888 davon waren Auslandstaten (Täter im Ausland oder Aufenthaltsort unbekannt), nach eigener Berechnung rund 62 Prozent.
  • Die Aufklärungsquote lag 2025 nach Angaben des BKA bei den Inlandstaten bei 31,4 Prozent, bei den Auslandstaten (Täter im Ausland oder Aufenthaltsort unbekannt) bei 2,0 Prozent.
  • Laut Wirtschaftsschutz-Studie 2025 des Bitkom meldeten 34 Prozent der befragten Unternehmen ab zehn Beschäftigten Schäden durch Ransomware in den zwölf Monaten vor der Befragung; das BKA zählte für 2025 bundesweit 1.041 angezeigte Ransomware-Fälle.

Unsere Einordnung

Die beiden Zahlen zu Ransomware passen nur zusammen, wenn man das Dunkelfeld mitliest: Ein Drittel der befragten Unternehmen berichtet von Schäden, bei der Polizei kommen bundesweit gut tausend Anzeigen an, und das BKA selbst geht von einem hohen Dunkelfeld aus. Für einen Verbund ist daran weniger die Kriminalstatistik interessant als die Folgerung: Wenn die Täter überwiegend im Ausland sitzen oder ihr Aufenthaltsort unbekannt ist und sie deshalb kaum zu fassen sind, endet ein Angriff nicht mit einer Festnahme, sondern mit der Frage, wie schnell die Standorte wieder Termine, Röntgenbilder und Abrechnung im Zugriff haben. Das BKA berichtet zugleich, dass nur 7 Prozent der Geschädigten von Ransomware-Angriffen Lösegeld zahlten; die allermeisten verzichten also auf eine Zahlung, und ohne Verlust der Daten geht das nur, wenn Datensicherungen getrennt vom angegriffenen Netz liegen und der Wiederanlauf geübt ist. In einer Gruppe, deren Standorte ein gemeinsames Netz oder eine gemeinsame Praxissoftware teilen, reicht ein Einfallstor, damit dieser Ernstfall nicht einen Standort trifft, sondern alle gleichzeitig.

Fragen an Ihr Haus

  • Wie viele Tage würde es dauern, bis Ihr größter Standort nach einer Verschlüsselung wieder Termine und Behandlungsdokumentation im Zugriff hätte, und wann wurde das zuletzt ausprobiert?
  • Wenn heute an einem Standort ein Rechner verschlüsselt wird, an wie vielen anderen Standorten stehen dann dieselben Daten auf dem Spiel?

Quellen

Datenstand: Polizeiliche Daten für das Jahr 2025 aus dem Bundeslagebild Cybercrime 2025 des Bundeskriminalamts, vorgestellt am 12. Mai 2026, Dokument datiert 15. Mai 2026; Befragungsdaten aus der Bitkom-Studie Wirtschaftsschutz 2025 (1.002 Unternehmen ab zehn Beschäftigten, Befragung April bis Juni 2025, Studienbericht als PDF vom 3. Dezember 2025). Der Anteil der Auslandstaten von rund 62 Prozent ist eine eigene Berechnung aus den Fallzahlen des BKA.

Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 24. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.

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