Zahnmedizin-Nachwuchs: Mehr Approbationen, trotzdem fehlen Stunden
Bis 2030 fehlen laut KZBV-Aktionsplan bundesweit rund 2.700 Zahnärztinnen und Zahnärzte, um das Niveau an Vollzeitäquivalenten von 2024 zu halten, obwohl 2023 mit 2.505 Approbationen mehr Zahnärzte in den Beruf kamen, als es sechs Jahre zuvor Studienplätze gab. Für einen Verbund heißt das: Der Nachwuchs kommt, aber die Lücke entsteht bei den Stunden je Kopf, und in den ostdeutschen Ländern kommt weniger Nachwuchs an.
Die Zahlen
- Bundesweit gab es laut KZBV 2017 in der Zahnmedizin 2.167 Studienplätze (1.883 West, 284 Ost); sechs Jahre später, 2023, wurden 2.505 Approbationen erteilt (eigene Summen aus der KZBV-Tabelle zu Studienplätzen und Approbationen).
- Die Approbationen in den ostdeutschen Ländern lagen 2023 laut KZBV mit 300 um 6,5 Prozent unter dem Wert von 2015, im Westen mit 2.205 um 11,8 Prozent darüber.
- 2024 erbrachten laut KZBV 61.105 Zahnärztinnen und Zahnärzte 56.494 Vollzeitäquivalente; um dieses Niveau 2030 zu halten, wären 63.483 Köpfe nötig, prognostiziert sind 60.783, es fehlen rund 2.700.
Unsere Einordnung
Zwischen Approbation und eigener Teilnahme an der vertragszahnärztlichen Versorgung liegt eine zweijährige Vorbereitungszeit; 2023 waren laut KZBV im Westen 4.233 und im Osten 472 Zahnärztinnen und Zahnärzte darin. Für einen Verbund ist das der früheste Moment, in dem sich entscheidet, wo der Nachwuchs bleibt: Die KZBV beschreibt einen häufigen Zusammenhang zwischen dem Ort der Approbation und dem späteren Tätigkeitsort. Wer in der Vorbereitungszeit an einem Standort gut angeleitet wurde, ist zwei Jahre vor dem freien Markt bekannt, an einem anderen Standort desselben Hauses vielleicht ebenfalls. Gerade für Standorte in Regionen mit wenig Nachwuchs und einem hohen Anteil älterer Behandler, im Osten war 2024 laut KZBV fast jeder dritte Zahnarzt über 60, kann diese Phase mehr bewirken als jede spätere Stellenanzeige.
Fragen an Ihr Haus
- Wie viele Vorbereitungsassistentinnen und -assistenten haben in den vergangenen drei Jahren in Ihrem Haus begonnen, und wie viele davon arbeiten heute noch bei Ihnen?
- Wie viele Zahnärztinnen und Zahnärzte an Ihren einzelnen Standorten sind über 60, und wer betreut deren Patienten in fünf Jahren?
Quellen
- KZBV: Versorgung sichern – Strukturen stärken. Aktionsplan 2025–2030 (Langfassung), Kapitel 3.1 bis 3.4, veröffentlicht am 24. Oktober 2025
Datenstand: Daten der KZBV (Studienplätze bis 2022, Approbationen und Vorbereitungsassistenten bis 2023, Vollzeitäquivalente 2024 mit Prognose bis 2030), veröffentlicht im KZBV-Aktionsplan „Versorgung sichern – Strukturen stärken“ am 24. Oktober 2025. Das jeweilige Jahr ist der neueste im Aktionsplan ausgewiesene Wert. Summen aus West und Ost sind eigene Berechnungen.
Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 24. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.
