Zahnärztliche Versorgung im Osten: Der Vorsprung ist aufgebraucht
Der durchschnittliche allgemeinzahnärztliche Versorgungsgrad lag 2024 in den neuen Bundesländern laut KZBV-Jahrbuch 2025 erstmals unter dem der alten Bundesländer, 2015 lag er noch deutlich darüber. Für einen Verbund mit Standorten in Ost und West heißt das: Hinter dem Rückgang stehen in beiden Regionen verschiedene Ursachen, und die Nachfolgeplanung muss das abbilden.
Die Zahlen
- 2024 lag der durchschnittliche allgemeinzahnärztliche Versorgungsgrad in den neuen Bundesländern laut KZBV-Jahrbuch 2025 erstmals unterhalb dem der alten Bundesländer; die KZBV führt das auf das vermehrte Ausscheiden älterer Zahnärzte zurück.
- Für die zehn Prozent der Bevölkerung in den am niedrigsten versorgten Planungsbereichen der neuen Bundesländer sank der durchschnittliche Versorgungsgrad laut KZBV von 93,8 Prozent (2015) auf 71,6 Prozent (2024); in den alten Bundesländern lag dieser Wert 2024 bei 74,1 Prozent; die KZBV ordnet die 71,6 Prozent als noch deutlich oberhalb der Grenze zur Unterversorgung ein.
- Die Zahl der Zahnarztpraxen in Deutschland ging laut KZBV von 43.684 im Jahr 2014 auf 37.423 im Jahr 2024 zurück, ein Minus von rund 14,3 Prozent.
Unsere Einordnung
Die naheliegende Lesart ist ein Problem des Ostens und des Landes. Die KZBV beschreibt aber zwei verschiedene Mechanismen: In den neuen Bundesländern sinken die Versorgungsgrade, weil ältere Zahnärzte ausscheiden, in den alten Bundesländern vor allem, weil die Bevölkerung stärker wächst, als die leicht steigende Zahl der Zahnärzte ausgleichen kann. Für einen Verbund mit Standorten in beiden Regionen sieht derselbe Rückgang deshalb verschieden aus. Im Osten ist es eine Frage der Nachfolge: Ein Standort verliert Behandlerkapazität, wenn jemand ausscheidet. Im Westen ist es eine Frage der Nachfrage: Das Team bleibt, aber der Bedarf in der Umgebung wächst. Hinzu kommt, dass der Rückgang im Osten laut KZBV gleichmäßig über alle Versorgungsgruppen verlief, also auch gut versorgte Gegenden erfasst. Ein Durchschnitt über alle Standorte verdeckt beide Unterschiede, und eine Nachfolgeplanung, die nur auf ländliche Standorte schaut, greift zu kurz.
Fragen an Ihr Haus
- Wie alt sind die Behandler an Ihren Standorten in den neuen Bundesländern im Vergleich zu denen im Westen?
- An welchem Ihrer Standorte ist die Zahl der Patienten je Behandler in den letzten drei Jahren am stärksten gestiegen?
Quellen
- KZBV: Jahrbuch 2025, Statistische Basisdaten zur vertragszahnärztlichen Versorgung, Kapitel Zahnärzte- und Bevölkerungszahlen (Struktur der Zahnärzteschaft und Versorgungsgrade), veröffentlicht am 9. Dezember 2025
Datenstand: Daten der KZBV für 2024 (Versorgungsgrade nach Planungsbereichen, Praxiszahlen), KZBV-Jahrbuch 2025, veröffentlicht im Dezember 2025.
Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 24. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.
