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Markt3 Min. Lesezeit

Praxisübernahme statt Neugründung: Neun von zehn Gründern übernehmen

92 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründungen erfolgten 2023 laut InvestMonitor Zahnarztpraxis von IDZ und apoBank als Übernahme oder Einstieg in eine bestehende Praxis, nur 8 Prozent als reine Neugründung; die Daten stammen aus einer Stichprobe von apoBank-Finanzierungen. Für einen Verbund mit mehreren Standorten heißt das: Wer Praxen übernimmt und in die Gruppe holt, sucht im selben Markt wie fast alle Gründer, und diese Gründer lassen sich heute später nieder als früher.

Die Zahlen

  • Laut InvestMonitor Zahnarztpraxis 2023 von IDZ und apoBank wurden 2023 92 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründungen als Übernahme oder Einstieg realisiert, reine Neugründungen machten 8 Prozent aus; 1992 lag allein der Anteil der Einzelpraxisneugründungen noch bei 60 Prozent.
  • 48 Prozent der allgemeinzahnärztlichen Neuniederlassungen erfolgten 2023 laut IDZ und apoBank durch Frauen, während der Frauenanteil bei den Studienabschlüssen in der Zahnmedizin in den vergangenen Jahren zwischen 65 und 69 Prozent lag.
  • Das Durchschnittsalter bei der zahnärztlichen Erstniederlassung betrug 2023 laut IDZ und apoBank 36,1 Jahre, bei Frauen 37,2 und bei Männern 35,1 Jahre; 1995 lag es bei 33,6 Jahren.

Unsere Einordnung

Die übliche Lesart ist ein Markt mit vielen abgebenden Praxen und wenigen Gründern; das IDZ spricht selbst von einem deutlichen Überangebot auf dem Praxisabgabemarkt. In den Zahlen steckt für einen Verbund ein zweiter Gedanke. Das IDZ erklärt das höhere Gründungsalter auch damit, dass es heute möglich ist, vor der Niederlassung eine Zeit lang angestellt zu arbeiten, und Frauen, die die große Mehrheit der Studienabschlüsse stellen, lassen sich seltener und später nieder. Das legt nahe, dass unter den angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten eines Verbunds zwei Gruppen arbeiten: künftige Gründer, die Erfahrung sammeln, und Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht niederlassen wollen. Wer eine Praxis übernimmt und in die Gruppe holt, gewinnt deshalb nicht nur einen Standort, sondern muss beiden Gruppen einen Weg in Verantwortung zeigen, der nicht über die eigene Praxis führt. Ob eine Übernahme trägt, entscheidet sich daher oft erst in den Jahren danach, wenn die angestellten Behandler wählen, ob sie bleiben oder selbst gründen.

Fragen an Ihr Haus

  • Wie viele Ihrer angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte haben in den letzten drei Jahren Ihren Verbund verlassen, um selbst zu gründen?
  • Welche Rolle mit eigener Verantwortung hat in Ihrem Verbund eine angestellte Zahnärztin, die sich nicht niederlassen will?

Quellen

Datenstand: Daten der apoBank-Finanzierungen zahnärztlicher Existenzgründungen für 2023 (528 auswertbare Finanzierungsfälle, Stichprobe, keine Vollerhebung), InvestMonitor Zahnarztpraxis 2023 von IDZ und apoBank, veröffentlicht am 30. Mai 2025.

Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 24. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.

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