Parodontitis-Therapie unter Budget: Neufälle brechen ein
Von 2022 auf 2023 sank die Zahl der neu begonnenen Parodontitisbehandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung um 21,9 Prozent auf 1,129 Millionen, so das Jahrbuch 2024 der KZBV. Für Verbünde mit mehreren Standorten heißt das: Die PAR-Strecke ist seit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz keine Leistung mehr, die sich allein aus dem Bedarf der Patienten planen lässt.
Die Zahlen
- Laut KZBV-Jahrbuch 2024 sank die Zahl der PAR-Neubehandlungsfälle in der GKV von 1,445 Millionen im Jahr 2022 auf 1,129 Millionen im Jahr 2023, ein Rückgang um 21,9 Prozent; die KZBV führt das auf die strikte Budgetierung durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz zurück.
- Nach der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) von IDZ, KZBV und BZÄK, vorgestellt im März 2025, haben rund 14 Millionen Menschen in Deutschland eine schwere Parodontalerkrankung.
- Laut Vorwort des KZBV-Jahrbuchs 2024 werde die Zahl der PAR-Neubehandlungsfälle Ende 2024 „voraussichtlich nicht einmal die Millionenmarke überschreiten“; 2022 waren es noch 1,445 Millionen.
Unsere Einordnung
Der Einbruch bei den Neufällen ist kein Zeichen sinkenden Bedarfs; die DMS 6 zeigt eine unverändert hohe Krankheitslast. Er zeigt, dass die Parodontitistherapie seit 2023 an einer Größe hängt, die nicht in der Praxis entsteht: dem Budget, das für die vertragszahnärztliche Versorgung bereitsteht und auf der Ebene der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen verteilt wird. Eine begonnene PAR-Strecke läuft über Antrag, Therapie, Befundevaluation und Nachsorge weit über ein Jahr; wer heute viele Fälle beginnt, bindet damit auch die Mittel der Folgejahre. Für einen Verbund ergibt sich daraus eine Planungsfrage, die eine Einzelpraxis so nicht hat: Standorte in verschiedenen KZV-Bezirken stehen unter verschiedenen Budgetlagen, und eine einheitliche Vorgabe für alle Standorte, wie viele Fälle begonnen werden, kann an einem Ort zu vorsichtig und am anderen zu forsch sein. Der Rückgang um ein Fünftel ist ein Durchschnitt über alle Praxen; was er am einzelnen Standort bedeutet, zeigt erst dessen eigene Zahl.
Fragen an Ihr Haus
- Wie hat sich die Zahl der begonnenen PAR-Fälle an Ihren Standorten von 2022 auf 2023 entwickelt, und liegt sie über oder unter dem bundesweiten Rückgang von 21,9 Prozent?
- Wissen Sie für jeden Standort, wie viel des laufenden Budgets bereits durch Nachsorge aus früher begonnenen Fällen gebunden ist?
Quellen
- KZBV, Jahrbuch 2024 (Vorwort S. 5), veröffentlicht am 10. Dezember 2024
- IDZ, KZBV und BZÄK, Gemeinsame Presseinformation: Zahnärztliche Prävention wirkt! Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), veröffentlicht am 17. März 2025
Datenstand: Daten für 2022 und 2023 sowie die Erwartung für Ende 2024: KZBV-Jahrbuch 2024, PDF-Stand 10. Dezember 2024 (die Zahl für 2024 ist eine Erwartung der KZBV, keine Messung); DMS 6, vorgestellt am 17. März 2025, Erhebung 2021 bis 2023. Keine eigenen Berechnungen.
Recherchiert mit KI-Unterstützung, geprüft und freigegeben von Johannes Beyer am 24. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an info@blue-panda.de.
